{"id":1305,"date":"2019-11-09T02:54:43","date_gmt":"2019-11-09T01:54:43","guid":{"rendered":"http:\/\/gruene-nks.de\/?p=1305"},"modified":"2020-11-29T11:39:19","modified_gmt":"2020-11-29T10:39:19","slug":"neuer-wohnraum-klimaanpassung-und-umweltschutz-passt-das-zusammen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/2019\/11\/09\/neuer-wohnraum-klimaanpassung-und-umweltschutz-passt-das-zusammen\/","title":{"rendered":"\u201eNeuer Wohnraum, Klimaanpassung und Umweltschutz: Passt das zusammen?\u201c"},"content":{"rendered":"\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Podiumsdiskussion<\/h2>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Im Klostergeb\u00e4ude der Steyler Missionare in Sankt Augustin, diskutierten am 30.10.2019 auf Einladung der BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg und gef\u00f6rdert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, verschiedene Akteure aus Politik, Wissenschaft und St\u00e4dteentwicklung zum Thema \u201eNeuer Wohnraum, Klimaanpassung und Umweltschutz: Passt das zusammen?\u201c.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Mit dem provokanten Begriff der \u201eBauscham\u201c , f\u00fchrte der Hauptreferent des Abend, Daniel Fuhrhop, Stadtentwicklungsexperte von der Universit\u00e4t Oldenburg, mit seiner Forderung und Streitschrift \u201eVerbietet das Bauen\u201c ein in das Spannungsfeld Bauen versus Umweltschutz.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Weitere Podiumsteilnehmer waren der Meteorologe Dr. Carsten Brand; der Vorsitzende des Ausschusses f\u00fcr Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft im Rhein-Sieg-Kreis, Dr. Josef Griese; Wolfgang Z\u00fcll, Stadtplaner in Sankt Augustin; Rainer Gle\u00df, Erster Beigeordneter, Fachbereich Stadtplanung und Bauordnung; Petra Heising und Thomas Abraham, Experten f\u00fcr Wohnungsm\u00e4rkte und Stadtentwicklung, Empirica. Moderiert wurde die Diskussion von Andreas Vollmert, Journalist und Mediator.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Der Bereich Wohnen, so Furhop, ist f\u00fcr einen Gro\u00dfteil des CO2-Aussto\u00dfes in Deutschland verantwortlich. Verschiedenen Studien zufolge entstehen 20 bis 40 Prozent der CO2- Emissionen beim Heizen und auch beim Bauen. Urs\u00e4chlich sind die dabei verwendeten Rohstoffe . Z.B. Beton, sei extrem energieintensiv. Die Herstellung von Zement, wiederum wichtiger Bestandteil von Beton, ist laut einer Analyse der Umweltschutzorganisation WWF, alleine in Deutschland f\u00fcr zwei Prozent aller CO2-Emissionen verantwortlich. Weltweit sind es sogar acht Prozent. In Deutschland werden t\u00e4glich 58 Hektar Fl\u00e4che verbraucht. Dies entspricht einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von \u00fcber 80 Fu\u00dfballfeldern am Tag. Damit gehen wertvolle Acker- und Erholungsfl\u00e4chen verloren. Biotope werden unwiderruflich zerst\u00f6rt. Im Hinblick auf die viel umworbenen Energiesparh\u00e4user l\u00e4sst sich mit Hilfe der Lebenszyklusanalalyse der Geb\u00e4ude festhalten, dass die Erstellungsenergie z.T. gr\u00f6\u00dfer ist, als die gesamte Heizenergie.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Nach dem Motto \u201eOhne Bauen Wohnraum schaffen\u201c stellte Fuhrhop diverse Projekte vor, die einen Einblick in die M\u00f6glichkeiten und Chancen zuk\u00fcnftigen Wohnens vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte bieten, wie z.B. das Neubau Wohnprojekt Wagnisart in M\u00fcnchen. Hier wurde der Fl\u00e4chenverbrauch pro Person verringert, indem man sich R\u00e4ume wie z.B das G\u00e4steappartement, den Werkraum, einen Musikraum, den Waschraum und einen Toberaum f\u00fcr Kinder als Gemeinschaftsr\u00e4ume teilt. Ein anderes Projekt, das franz\u00f6sische Viertel in T\u00fcbingen, \u00fcberzeugt durch Stra\u00dfen ohne Autoverkehr und Verkaufsfl\u00e4chen, Handwerksbetriebe und B\u00fcros in den unteren Etagen. Fahrzeuge werden in Quartiersgaragen abgestellt, so dass der oben beschriebene Einzelhandel durch die unmittelbar vorbeilaufenden Passanten und Anwohner h\u00f6her frequentiert wird und damit gegen\u00fcber der Konkurrenz gro\u00dfer Handelsketten eher bestehen kann. Das Stadtviertel bleibt belebt und ist aufgrund des fehlenden Stra\u00dfenverkehrs zugleich ein Ort der Begegnung und Erholung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das Studierendenwerk Freiburg hat das Modell \u201eWohnen f\u00fcr Hilfe\u201c ins Leben gerufen. Vermieter mit Hilfebedarf bieten Wohnraum mit reduzierten Mieten an und erhalten daf\u00fcr Unterst\u00fctzung bei verschiedensten Aufgaben im Alltag. Das Studierendenwerk koordiniert Angebot und Nachfrage und vermittelt in Wohnpartnerschaften. Das Projekt gibt es seit 2002 und ist inzwischen nicht nur, wie urspr\u00fcnglich vorgesehen f\u00fcr Studierende ge\u00f6ffnet, sondern richtet sich genauso an Azubis und Menschen mit geringem Einkommen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Ein weiteres Thema war der Leerstand abgetrennter Wohnungen in H\u00e4usern, die einst f\u00fcr Familien geplant und gebaut wurden. Nach dem Auszug der Kinder oder dem Tod eines Partners leben \u00e4ltere Menschen oft alleine in diesen H\u00e4usern. Mit welchen Mitteln k\u00f6nnen Kommunen hier Unterst\u00fctzung anbieten und z.B. durch F\u00f6rderung von Umbauma\u00dfnahmen Wohnraum schaffen? Laut Ergebnis eines Forschungsprojektes in Osnabr\u00fcck stehen allein dort 60 % der abgetrennten Wohnungen leer. Im Kreis Steinfurt sind es 5.000 Wohnungen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Wohnungsnot in St\u00e4dten und Kommunen, wird hier ein riesiges Potential sichtbar.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Das Projekt Raumteiler in Baden W\u00fcrttemberg ist ein gemeinsames Projekt des Staatsministeriums Baden-W\u00fcrttemberg und des St\u00e4dtetags Baden-W\u00fcrttemberg. Ziel ist, landesweit mehr privaten Wohnraum zu vermitteln.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Gerade Familien mit Kindern, Gefl\u00fcchtete, Menschen mit Behinderung oder geringem Einkommen und \u00e4ltere B\u00fcrger sind vorrangig von Wohnungsnot betroffen. Zuk\u00fcnftig sind Visionen gefragt, wie Wohnen im 21. Jahrhundert sozialvertr\u00e4glich und klimagerecht aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p>Sylvia Greuel<br \/>Sachkundige B\u00fcrgerin<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Podiumsdiskussion Im Klostergeb\u00e4ude der Steyler Missionare in Sankt Augustin, diskutierten am 30.10.2019 auf Einladung der BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg und gef\u00f6rdert durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW, verschiedene Akteure aus Politik, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":-1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[88],"tags":[32,44,43,42],"class_list":["post-1305","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ov","tag-klima","tag-podiumsdiskussion","tag-umweltschutz","tag-wohnraum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1305"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2060,"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1305\/revisions\/2060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1305"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1305"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gruene-nks.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1305"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}