Haushalt 2026: Wir stimmen zu – mit klarem Kurs zur Konsolidierung

Unser Fraktionsvorsitzender Stefan Gerlach hält im Rat seine Rede zum Haushalt 2026

In der Ratssitzung am 8. Oktober 2026 hat unser Fraktionsvorsitzender Stefan Gerlach die Haushaltsrede der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gehalten. Wir haben uns im Vorfeld monatelang beraten und im Rat dem Haushalt 2026 zugestimmt. Wir wissen, dass vor Neunkirchen-Seelscheid ein schwieriger Weg liegt.

Eine Lage mit Ansage

Die Gemeinde ist in großen finanziellen Schwierigkeiten und geht mit diesem Haushalt in die Haushaltssicherung. Eine spürbare Folge ist die starke Erhöhung der Grundsteuer B. Sie trifft ab 2026 Mieterinnen und Mieter genauso wie Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer. Überraschend kommt das nicht. Schon in Stefans Rede zum Haushalt 2025 hatten wir gewarnt, dass die Gemeinde „sehenden Auges“ auf den Verbrauch aller Reserven zusteuert. Denn auch die Haushalte der vergangenen drei Jahre waren nicht ausgeglichen, weswegen sich die Verluste in Millionenhöhe aufsummiert haben.

Für uns ist klar: Bürgermeister Guido Vierkötter hat diese Lage nicht verursacht. Er hat die Lage erst vor rund einem Jahr übernommen und geht sie an. Wir möchten ihn dabei unterstützen.

Das Kernproblem: seit Jahren mehr Ausgaben als Einnahmen

Die Gemeinde steuert auf rund 120 Millionen Euro Schulden zu und droht in den nächsten Jahren ihr gesamtes Eigenkapital zu verlieren. Ein Großteil der Ausgaben wird dabei von außen bestimmt. Vom Gesamthaushalt von rund 70 Millionen Euro gehen allein etwa 23 Millionen Euro an den Kreis. Dazu kommen steigende Preise für Strom, Heizung und Kraftstoff.

Den Rest des Problems müssen wir selbst lösen. Unser Grundsatz lautet: Die laufenden Einnahmen müssen mindestens die laufenden Ausgaben decken. Einmaleffekte wie der Verkauf gemeindeeigener Grundstücke oder Immobilien verschieben das Problem nur und verkleinern das Eigenkapital. Solche Verkäufe tragen wir deshalb nicht in jedem Fall mit, denn Flächen, die wir morgen brauchen, wären unwiederbringlich verloren.

Ausgaben strukturell senken

  • Aquarena: Das Bad belastet den Haushalt 2026 voraussichtlich mit 2,9 Mio. Euro, der Fitnessbereich allein mit 0,9 Mio. Euro. Gemeinsam mit der CDU fordern wir ein schlüssiges Konzept, das die Verluste senkt und einen verlustfreien Fitnessbetrieb ermöglicht. Für die Sauna sollen andere Betreibermodelle geprüft werden. Das Schwimmbad selbst ist für uns aber unverzichtbar, gerade für den Schwimmunterricht und den Vereinssport.
  • Verwaltung: Digitalisierung und bessere Abläufe machen die Verwaltung effizienter und senken langfristig die Personalkosten. Erste Anträge dazu sind gestellt.
  • Energetische Sanierungen von Schulen und Rathaus schützt das Klima und senkt dauerhaft die Energiekosten.
  • Kreisumlage: Ihr jährlicher starker Anstieg ist für uns nicht tragbar. Wir unterstützen ausdrücklich, dass die Gemeinde das Benehmen zum Entwurf des Kreishaushalts nicht herstellt. Auch der Kreis muss sparen.

Einnahmen stärken

Wir treiben die Erschließung der Gewerbegebiete Neunkirchen-Süd (ehemaliges Thurn-Gelände) und Seelscheid-Oberdorst voran. Das sind attraktive Standorte, etwa für Handwerksbetriebe, die langfristig Gewerbesteuer einbringen. Außerdem unterstützen wir eine dichtere Bebauung der Ortskerne entlang der Hauptachsen. So entsteht Wohnraum für Jung und Alt: Ältere ziehen um und junge Familien finden ein Haus. Das stabilisiert die Einwohnerzahl, sichert Steuereinnahmen und Schlüsselzuweisungen und senkt die Kosten der Infrastruktur pro Kopf.

Mehr als eine Bilanz

Neunkirchen-Seelscheid muss lebenswert bleiben. Deshalb setzen wir uns ein für:

  • den Erhalt der Büchereien als Orte für Bildung, Kultur und Begegnung, unabhängig vom Geldbeutel,
  • die Sanierung des Sportplatzes Höfferhof und den bedarfsgerechten Ausbau in Breitscheid, weitgehend über Förderprogramme finanziert,
  • den weiteren Ausbau der Radwege,
  • den lange überfälligen Bau eines Jugendzentrums in Neunkirchen,
  • den Bürgerpark „Schmiedestraße“ als naturnahe Grünfläche mitten im Ort,
  • Formate der Bürgerbeteiligung, damit wir die richtigen Schwerpunkte setzen.

Unser Fazit

Gemeinsam mit unserem Koalitionspartner CDU haben wir zahlreiche Anträge zur Haushaltskonsolidierung gestellt, und weitere werden folgen. Stefan Gerlach dankte dem Kämmerer der Gemeinde, Herrn Hagen und seinem Team für die Aufstellung des Haushalts, Bürgermeister Vierkötter für den engen Austausch und der CDU für die konstruktive Zusammenarbeit.

Bei allen Sparanstrengungen bleiben wir unserer Überzeugung treu. Wir stehen für eine nachhaltige, klima- und umweltfreundliche Entwicklung und für den ländlichen Charakter unserer Gemeinde.

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