Das GRÜNE Modell Schule – individuelle Lernzeit

2006 haben CDU und FDP die Schulzeit an Gymnasien völlig überhastet um ein Jahr verkürzt. Das brachte viele Probleme: Lehrpläne und Schulbücher fehlten, Lehrer*innen wurden nicht entsprechend fortgebildet, Schulen über Jahre allein gelassen.

2011 haben nur ein Dutzend Gymnasien, so auch unser Antoniuskolleg, von dem Angebot der rot-grünen Landesregierung Gebrauch gemacht, an einem Modellversuch und der damit verbundenen Rückkehr zu G9 teilzunehmen. Die meisten Schulen wünschten sich bessere Unterstützung statt erneuter struktureller Brüche. Deshalb gab es einen „Runden Tisch Schulzeitverkürzung“, der Verbesserungen von G8 erarbeitet hat.

Für uns GRÜNE ist klar: Die Schule der Zukunft muss sich am Kind orientieren, nicht umgekehrt. Unsere Antwort heißt deshalb „Individuelle Lernzeit“.

Wir wollen nicht mehr Strukturmodelle diskutieren, sondern die Frage in den Mittelpunkt stellen, wie an jeder Schule jedes Kind bestmögliche Förderung und Unterstützung erhält. Konkret bedeutet das: In den Klassen 7 bis 10 findet eine individuelle Lernzeit statt:

  • Entweder bildet die Schule nach der Klasse 6 einen dreijährigen und einen vierjährigen Zweig.
  • Oder die Schule bietet allen Kindern in diesem Zeitraum neben dem Unterricht im Klassenverband auch individuelle Lernzeiten an, mit Wahlpflichtfächern und dem Besuch des Unterrichts höherer und/oder niedriger Jahrgangsstufen je nach Lernfortschritt. Dann kann die Zeit bis zur Oberstufe fünf oder sechs Jahre dauern.
  • Der Weg zum Abitur: Die gymnasiale Oberstufe bleibt dreijährig.
  • Wir setzen auf Information: Die Eltern und Schüler*innen werden aufgrund der Lern- und Leistungsentwicklung ihres Kindes umfassend beraten, die Entscheidung über den weiteren Weg wird nach Klasse 6 getroffen. Vorteile sind:
  • Vergleichbarkeit: Der schulrechtliche Rahmen ist für alle Gymnasien gleich. Damit sichern wir Vergleichbarkeit, Durchlässigkeit und Mobilität.
  • Chancengleichheit: An jedem Gymnasium, auch an kleinen Gymnasien, ist ein acht- oder neunjähriger Weg zum Abitur möglich.
  • Bessere Aussichten: Auch an den Gymnasien wird grundsätzlich der mittlere Bildungsabschluss erworben.
  • Weniger Stress: Die zweite Fremdsprache beginnt an allen weiterführenden Schulen wieder mit der Klasse 7.

Jetzt geht es nicht mehr darum, Strukturmodelle zu diskutieren, sondern uns bei der Schulzeit endlich am Kind zu orientieren.

Silke Kierspel und Astrid Normann

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